Flat Chested-Kitten

Tagebuch eines Versuches

I*Love*You Chester Chance

16.08.2005 - 22 Tage alt

Chesters Gesundheitszustand verschlechtert sich immer mehr und die 5g von heute Nacht sind wieder weg. Er zeigt erneut 189g und der Körper scheint die Nahrung nicht mehr zur Gewichtszunahme umzusetzen. Inzwischen legt er sich auch nicht mehr an die Zitze. Seine Geschwister trinken an Mama, doch Chester krabbelt weg. Obwohl ich ihn an eine freie Zitze lege, nimmt er sie nicht in sein Mäulchen, sondern verlässt den Platz und kuschelt sich weiter oben an Mama an.

Seine Atmung ist wieder schneller und jedes Luftholen ist für ihn starke Kraftanstrengung. Sein Korsett wurde jetzt abgenommen, um ihn in keinster Weise vielleicht einzuengen, aber es zeigt sich dadurch keine wesentliche Besserung.

Ich schaffe es, dass er 0,5 ml seiner Kraftnahrung schluckt, dann dreht er sein Köpfchen weg und ich setze ihn in die Wurfkiste zurück. Er bekommt Brechreiz und würgt und ich nehme ihn wieder hoch. Durch die Verlagerung seines Körpers scheint sich dadurch die Verkrampfung zu lösen und er hört auf zu würgen. Immer wieder streichel ich ihn und liebkose ihn. Ich fühle mich so ohnmächtig, weil ich ihm scheinbar doch nicht helfen kann und es tut so verdammt weh.

Ich habe immer wieder gelesen, dass gerade die kritischte Zeit bis 3 Wochen Lebensalter ist und Chester ist nun 3 Wochen alt. Wir sind so weit gekommen, doch es scheint, wir sind an der Grenze des Möglichen angekommen zu sein.

Es fällt mir unsagbar schwer, Chester loszulassen, aber ich sehe ein, dass weitere Versuche jetzt in Quälerei für ihn ausarten würden und ich werde heute nachmittag mit ihm zu unserem Tierarzt fahren. Es wird wohl unsere letzte Fahrt dorthin sein, wenn nicht noch ein Wunder geschieht.

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Chester ist gestorben

Noch bevor ich mit ihm zum Tierarzt fahren konnte, sank Chesters Körpertemperatur ab. Er fühlte sich kälter als seine Geschwister an und als ich ihn aus der Wurfkiste nahm, zeigte er kaum noch Regungen. Die Äuglein geschlossen, schien Chester schon auf dem Weg zur Rainbow Bridge zu sein. Ich legte ihn in meine Armbeuge und er blieb ruhig darin liegen. Seine Atmung ging sehr langsam. Ich streichelte ihn und sprach leise zu ihm und als würde er mich hören, öffnete er noch einmal ganz kurz seine Äuglein und schaute mich an. Mir brach fast mein Herz dabei. Wenige Sekunden später öffnete er sein Mäulchen, schnappte zweimal tief nach Luft und schlief für immer ein. Chesters Herz hatte aufgehört zu schlagen.

Auf Wiedersehen, kleiner Chester,

Deine Engel begleiten Dich nun zur Rainbow Bridge, hinter der Du wieder ein gesunder kleiner Junge sein wirst. Verzeih mir, dass ich nicht mehr tun konnte, als Dich drei Wochen Deines Lebens zu begleiten, aber Dir nicht so helfen konnte, dass Du länger hättest bei uns bleiben können.

Ich bin unendlich traurig, dass ich Dich verloren habe.

Du wirst immer in meinem Herzen bleiben

Barbara Hickmann

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